Berichte

Lesen gegen das Vergessen

„Lesen gegen das Vergessen“ – so lautete das Motto der Veranstaltung, die am Mittwoch, den 10. Mai 2023, auf den Tag genau 90 Jahre nach der Bücherverbrennung im Nationalsozialismus 1933, zur Erinnerung und zum Gedenken an die verfolgten Autoren und Autorinnen sowie ihre Werke und Gedanken in der Bibliothek des Friedrichsgymnasiums stattfand.

Nach einleitenden Worten von René Mallm, die daran erinnerten, dass die Bücherverbrennung nicht nur die Verbrennung der Werke und Worte der Autorinnen und Autoren, sondern auch die Vernichtung ihrer Stimmen, Gedanken und Leben bedeutete, stellten die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte von Herrn Mallm und des Deutsch-Kombikurses von Herrn Blando die ausgewählten Autorinnen und Autoren Nelly Sachs, Erich Mühsam, Adelheid Popp und Theodor Kramer vor und lasen Auszüge aus deren Werken. Dabei wurden die Lesungen durch die musikalische Darbietung ausgewählter Stücke der Komponisten George Gershwin und Karel Berman von den talentierten Musikerinnen und Musikern unter der Leitung von Susanne Rhode, ergänzt. Das harmonische Ineinandergreifen der mit Bedacht und Empathie vorgetragenen Literatur und Musik schuf dabei eine Atmosphäre, welche die Zuhörerinnen und Zuhörer zum Nachdenken und Nachspüren einlud. Die ausgewählten Werke erzählten von persönlichen Erfahrungen, von Leid und Hoffnung, von dem unvergleichlichen Überlebenswillen, der trotz der dunkelsten Zeiten weiterlebte, sowie von den immer noch aktuellen Fragen nach Menschlichkeit, Freiheit und Gerechtigkeit. Die verfolgten Autorinnen und Autoren haben ihre Stimme erhoben, um auf soziale Missstände hinzuweisen und den Wert der individuellen Freiheit zu betonen. Durch das Gedenken an die nationalsozialistische Vernichtung dieser Werte und durch die Präsentation der Werke verfolgter Autorinnen und Autoren rückten die Schülerinnen und Schüler des Friedrichsgymnasiums das kollektive Gedächtnis in den Vordergrund. Sie erinnerten an die Verantwortung, die wir als Gesellschaft im Sinne der Erinnerungskultur tragen, um aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, und inspirierten dazu, sich aktiv für eine offene, tolerante und gerechte Gesellschaft einzusetzen, indem wir die Stimmen der Autorinnen und Autoren weitertragen.

Im Rahmen der Veranstaltung bestand und besteht auch weiterhin die Möglichkeit, Werke verfolgter Autorinnen und Autoren zu spenden und bei Viktoria Kuhn in der Bibliothek abzugeben. Diese sollen zunächst im Rahmen einer Sonderausstellung innerhalb der Bibliothek und langfristig im festen Bestand als nachhaltiger Beitrag gegen das Vergessen dienen. Wer der Einladung zum Erinnern nachspüren möchte, ist herzlich dazu eingeladen, durch die Lektüre dieser Werke über die Worte der Autorinnen und Autoren nachzudenken und sich von ihrer Botschaft inspirieren zu lassen.

Ein herzlicher Dank gilt allen beteiligten Schülerinnen und Schülern und den Kolleginnen und Kollegen René Mallm, Gaetano Blando, Susanne Rhode und Viktoria Kuhn für die Organisation dieser gelungenen Veranstaltung.

OPH

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