Berichte

Von von Kessinger zu Tim Bendzko – Fabian Sennholz vorgestellt

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In einer neuen Serie stellt der FridericianerBote, die Publikation des Vereins ehemaliger Friedrichsgymnasiasten, Ehemalige und ihren Weg nach dem Friedrichsgymnasium vor.

Den Anfang macht im Interview Prof. Fabian Sennholz, der im Jahr 2003 am Friedrichsgymnasium sein Abitur abgelegt hat.

Heute ist Fabian Sennholz Professor fĂŒr Ensemblearbeit, Bandcoaching und Gruppenmusizieren an der musikhochschule frankfurt (hfmdk) und gleichzeitig der Pianist des Pop-Musikers Tim Bendzko.

FridericianerBote: Fabian, danke dass Du fĂŒr ein Interview zur VerfĂŒgung stehst, Du hast ein Jahr nach mir Abi gemacht am FG. In 2003, wenn ich mich richtig erinnere. Heute bist Du einerseits Professor an der Hochschule fĂŒr Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main und der Keyboarder bzw. Pianist von Tim Bendzko. Von von Kessinger und Brettschneider zu Tim Bendzko 
 ein ganz schöner Schritt, oder? Wie kam das?

Fabian Sennholz: Meine musikalischen Interessen waren schon immer sehr vielfĂ€ltig, sowohl was verschiedene Instrumente betrifft als auch in Bezug auf Musikstile. Auch in meiner Schulzeit habe ich am FG einerseits im Orchester gespielt und im Chor gesungen, andererseits aber eine Schulband gegrĂŒndet und bei Projekttagen einen Jazzchorworkshop angeboten. Ich hab mich schon immer sowohl fĂŒr Klassik als auch fĂŒr Jazz und Rock/Pop interessiert. Nach meiner Schulzeit hab ich dann ein FSJ in der christlichen Jugendarbeit (mit musikalischem Schwerpunkt) gemacht, nĂ€mlich beim Deutschen EC-Verband. Dort habe ich gemerkt, dass Musik und Theologie auf jeden Fall die FĂ€cher sind, die ich studieren möchte – und dass ich außerdem sehr gerne anderen etwas beibringe. Da lag es nahe, beide FĂ€cher auf Lehramt zu studieren. Im Studium hat dann die Musik einen immer grĂ¶ĂŸeren Stellenwert eingenommen. Zuerst hab ich mich sehr in den Jazz vertieft und schließlich festgestellt, dass mein Musikerherz sich doch beim Pop am meisten zu Hause fĂŒhlt (auch wenn es sehr gerne Reisen in andere Stilistiken unternimmt). Ich habe dann sehr viel in Bands gespielt und Jazz- und Popchöre geleitet, wĂ€hrend ich zunĂ€chst in Hannover und dann in Mannheim und Heidelberg Musik und Theologie studiert habe. Über einen befreundeten Schlagzeuger habe ich in Berlin den Gitarristen von Tim Bendzko kennen gelernt – zu einer Zeit, in der Tim noch keinen Plattenvertrag hatte, aber gerade einen Keyboarder suchte. Ich war sehr begeistert von seiner Musik, auf Grund der Entfernung Mannheim-Berlin ist es aber erst dann zur Zusammenarbeit gekommen, als Tim sein erstes Album aufgenommen hat. DafĂŒr durfte ich dann die Tasteninstrumente einspielen und da hat es musikalisch sofort gefunkt. Deshalb bin ich seit dem ersten Album fest in der Band und seit einiger Zeit nun auch als Musical Director und Arrangeur fĂŒr Tim tĂ€tig.

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Bote: Was machst Du als Musical Director?

FS: Als Musical Director bin ich fĂŒr die musikalische Umsetzung von Tims Auftritten zustĂ€ndig. D.h. Ich konzipiere mit Tim zusammen die Bandbesetzung fĂŒr verschiedene Auftritte, arrangiere fĂŒr die Band, Streicher, BlĂ€ser und leite die Band. Also ein bisschen wie der musikalische Regisseur…

Das gilt Z.B. auch fĂŒr Fernsehauftritte, gerade dann, wenn dort eine besondere Version von Songs gespielt werden soll, die ich dann mit Tim zusammen entwickele.

Momentan sind wir ja gerade in Tourvorbereitungen, da hab ich dann jede Menge zu tun: Mit Tim die Besetzung auswĂ€hlen, die Songs auswĂ€hlen und festlegen, in welcher Version wir die spielen wollen (ob z.B. ein Song nur mit Klavier und Streichern gespielt wird o.Ă€.). Dann Arrangements fĂŒr die Band und Streicher zu allen Songs schreiben und alles mit der Band einstudieren – und natĂŒrlich selbst spielen.

Bote: Und wenn du zurĂŒck ans FG denkst, woran erinnerst Du Dich gerne zurĂŒck und was hat Dir geholfen?

FS: Ich erinnere mich sehr gern an die Bandproben, Orchesterproben und Chorproben. Das hat mir alles sehr viel gebracht! Aber auch generell war es fĂŒr mich einfach ein gutes Lernklima am FG, das hat fĂŒr mich gut gepasst. Mein wertvollster Unterricht war definitiv der Griechisch Leistungskurs, das war wirklich Unterricht fĂŒrs Leben! Und ich fand es genial, dass wir die Schulgottesdienste selbst organisieren und gestalten durften!Bote: Und gibt es was, bei dem du froh bist, dass Deine Zeit am FG vorbei ist?

FS: Den starren schulischen Tagesablauf und das frĂŒhe Aufstehen vermisse ich auf keinen Fall. Und auch nicht das stinkende Jungs-Klo… Vor allen Dingen das unsinnige Bulimie-Lernen vor Klausuren fand ich aber sehr nervig – und auch rĂŒckblickend wenig gewinnbringend…

Bote: Und wenn du den heutigen SchĂŒlern einen Rat geben solltest, was wĂ€re der?

Pack möglichst jede Aufgabe mit Leidenschaft an und mach sie zu DEINEM persönlichen Ding. Wo dir das nicht gelingt, endet der Weg meist ĂŒber kurz oder lang in der Sackgasse. Aber auch das ist okay, denn eine Sackgasse kann ja trotzdem zum richtigen Ziel fĂŒhren. Doch sie fĂŒhrt dich nicht weiter auf deinem eigenen Lebensweg. In der Lernfabrik Schule geht so schnell unter, dass am Ende des Tages doch irgendwann dein Herz entscheiden wird, ob du erfĂŒllt bist, ob du glĂŒcklich bist, ob deine Arbeit und dein Leben fĂŒr dich Sinn ergibt. Nutze die Schulzeit, um genau die Aufgaben und Herausforderungen zu finden, deren Lösung du mit grĂ¶ĂŸter Leidenschaft angehst. Denn die geben dir irgendwann mehr zurĂŒck als du hineingesteckt hast. Und es gibt nichts schöneres, als damit sein tĂ€gliches Brot zu verdienen

Bote: Danke fĂŒr das Interview!

 

Das Interview fĂŒhrte Lasse Becker via Facebook.

Foto unten: Klaus Sahm

 

 

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