Berichte

Ukraine: Dritter Jahrestag

Anlässlich des dritten Jahrestags der russländischen Totalinvasion in der Ukraine fand am Montag, dem 24.02.2025, in der siebten Stunde eine Gedenkveranstaltung mit Musik und Texten aus der Ukraine statt.

„Am Ende geht es um die Frage,

wem ist die Ukraine wichtiger,

uns oder den Leuten in Moskau,

die diesen Krieg gegen die Ukraine führen.“

Mit diesem Zitat der Politikwissenschaftlerin Claudia Major machte Herr Kleesiek bei seiner Begrüßung deutlich, welche Bedeutung der Krieg in der Ukraine – auch und gerade im Kontext der Ergebnisse der Bundestagswahl – für uns und unsere politische wie gesellschaftliche Situation hat.

Anschließend stellte sich Georgij Pawlow vor. Er und seine Frau Natalia Pawlowa musizierten mit dem Sinfonieorchester Kyiv, bevor sie nach Deutschland gekommen sind. Eindrücklich schilderte er, wie der Beginn des Krieges vor drei Jahren ihr Leben verändert hat. Schülerinnen und Schüler des bilingualen Geschichtskurses der Jahrgangsstufe 10 trugen Texte und Gedichte der ukrainischen Dichterin und Menschenrechtsaktivistin Victoria Amelina (1986-2023) vor. Die Gedichte „Alarm“ und „Verluste der Ukrainischen Streitkräfte“ behandeln den Alltag im Krieg auf eine existenzielle Weise, die unmittelbar spürbar wurde. Die „Geschichte für die Heimkehr“ verdeutlicht den Verlust von Heimat und Normalität, während „Beste Wünsche zum Tag der Erinnerung und Versöhnung“ vor der Gewöhnung an das Leid des Krieges warnt und eine im Ritual erstarrende Erinnerungskultur problematisiert.

Musikalisch eingerahmt wurden die Texte von ukrainischen Stücken, die das Ehepaar Natalia Pawlowa und Georgij Pawlow für diese Gedenkstunde ausgewählt hatte und gefühlvoll interpretierte: das ukrainische Volkslied „Was für eine mondhelle Nacht“ (Ніч яка місячна), eine Romanze aus dem Ballett „Das Tuch von Dovbush“ (Хустка Довбуша) von Anatolij Kos-Anatolskyj, das ukrainische Volkslied „Wir haben Hirse gesät“ (А ми просо сіяли) sowie „Grüner Hain“ (Діброво зелена) Myroslaw Skoryk. Mit dieser Musikauswahl möchten Natalia und Georgij auch Botschafter der reichen ukrainischen Kultur sein, deren Wahrnehmung allzu oft von der dominanten und instrumentalisierten Kultur des imperialen Nachbarlandes erschwert wird.

Anhand eines Zitates von Thukydides, das häufig mit „Die Starken tun, was sie wollen – die Schwachen, was sie müssen“ übersetzt wird und in letzter Zeit im Zusammenhang mit der Ukraine und ihrer Widerstandskraft genannt wurde, erläuterte Herr Kleesiek abschließend, dass Macht und Stärke nicht unbedingt von langer Dauer sein müssen und sich die Verhältnisse umkehren können. Mit diesem zuversichtlichen Ausblick und einem hoffnungsvollen Слава Україні wurde die Gedenkstunde, zu der zahlreiche Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern und Ehemalige gekommen waren, beendet.

Ein herzlicher Dank gilt Anna Ackermann, Victor del Toro-Rosini, Anton Koller, Emilie Kulig, Simon Umathum, Bennet Weber, Levin Zekl und Alisa Derkach, die alle Texte in ihrer ukrainischen Landessprache vortrug. Ebenso Natalia Pawlowa und Georgij Pawlow (Violine und Klavier) sowie Herrn Kleesiek für die einfühlsame Gestaltung.

ROC

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