Berichte

„Lesen gegen das Vergessen“

Mit der Abendveranstaltung vom 14. dieses Monats schließt sich das Friedrichsgymnasium einer Reihe verschiedener Organisationen an, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, durch jährlich im Mai stattfindende Lesungen an das Verbrechen der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen 1933 in Deutschland zu erinnern.

Unseren diesjährigen Abend eröffneten Jonas Belz (Cello), Marc Kolomiets (Klavier) und Elli Harborth (Klavier) musikalisch konzentriert mit eindrücklichen Stücken des jüdischen Komponisten Karel Bermann und einer Reaktion des Esten Erkki-Sven Tüür. 

Vorgelesen wurde aus Werken von Schriftstellerinnen und Schriftstellern sehr unterschiedlicher Bekanntheit und Wirkung. Dazu zählten Texte des jüdischen Gesellschaftsromanciers Georg Hermann und Grete Weiskopfs (alias Alex Wedding), einer sozialistischen Kinder- und Jugendbuchautorin mit sehr bewegter Biographie. In seinen Briefen zu Wort kam der diesjährige Jubilar Franz Kafka. Beklommenheit verbreiteten die Gedichte der Nobelpreisträgerin Nelly Sachs, so auch ein Romanvorwort des Bohèmien Klaus Mann mit erstaunlichen Aktualitätsbezügen. Den Abschluss der Lesungen bildeten die mutigen Schmähverse des Kasseler Mundartdichters Paul Heidelbach, der übrigens seinerzeit Schüler des Friedrichsgymnasiums war. Auf diese Weise entstand ein abwechslungsreiches Programm mit Lyrik und Prosa von Autorinnen und Autoren, die heute dennoch oder leider nur weniger bekannt sind. 

Ihre Werke sowie auch die Schriften und Kompositionen vieler anderer Künstlerinnen und Künstler fielen der nationalsozialistischen Zensur zum Opfer. Sie wurden verboten und verbrannt, weil ihre Verfasserinnen und Verfasser jüdischer Herkunft waren oder sie unter dem Verdacht standen, pazifistisch, kommunistisch oder auf andere Weise politisch nicht konform mit den Nationalsozialisten zu sein. Die Veranstaltung leistete einen Beitrag dazu, die ehemals geächteten Werke zu ehren, sie vor dem Vergessen zu bewahren und an die Bedeutung von Freiheit und Vielfalt in Kunst, Musik und Meinung zu erinnern.

In diesem Sinne schloss Luise Reichelt den Abend mit der einfühlsam hoffnungsvollen Gesangsdarbietung von „Somewhere over the Rainbow“ des jüdischen Komponisten Harold Arlen. Die Veranstaltung wurde durch eine Kooperation der Geschichtswerkstatt, des Deutsch-Leistungskurses der Q2 und Musizierender verschiedener Jahrgänge unter der Leitung von Frau Rhode, Frau Jakubowsky, Frau van Ophuysen und Frau Brenscheid gestaltet.

Interessierte, die sich einen Besuch der Veranstaltung nicht einrichten konnten, haben die Möglichkeit, eine kleine Ausstellung von Biografien, Bildern und Zitaten der vorgestellten Autoren und Autorinnen in unserer Bibliothek anzusehen.

BRE

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Termine

Di, 18.06.Do, 27.06.

Zeugnisse: Fachlehrkräfte: Eingabe Kopfnoten, Fachnoten

Fr, 21.06.Do, 27.06.

Probentage Musik

Di, 25.06. 14:00Do, 27.06. 14:00

Zeugnisse: Klassenleitungen: Eintrag der Bemerkungen und Kopfnoten

Di, 25.06.

18:00 – 20:00
Kunstgarten

Do, 27.06.So, 30.06.

Rudern: Bundeswettbewerb Berlin