Berichte

UNESCO-Stadtrundgang

Nachhaltigkeit in Kassel entdecken – UNESCO-AG entwickelt eigenen Stadtrundgang

Am 19. Juni führte die UNESCO-AG ihren selbst entwickelten Nachhaltigkeitsstadtrundgang, SDGs zwischen Schaufenstern und Seitenstraßen – Nachhaltigkeit in der Kasseler Innenstadt im Rahmen der Reihe „Neue Kassler Stadtrundgänge“ des Vereins der Stadtrundgangster, durch. Der Rundgang orientiert sich an verschiedenen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs).

Der Entwicklung des Rundgangs ging in der AG eine intensive Auseinandersetzung mit der Frage voraus, was eigentlich „fair“ bedeutet. Dazu luden die Schülerinnen verschiedene Experten aus Theorie und Praxis ein, führten Gespräche und besuchten außerschulische Lernorte. Dabei wurde deutlich, dass Nachhaltigkeit weit mehr umfasst als Umwelt- und Klimaschutz: Auch faire Arbeitsbedingungen, soziale Gerechtigkeit und demokratische Teilhabe spielen eine wichtige Rolle.

Der Stadtrundgang selbst bestand aus vier Stationen. Zum Auftakt erhielten die Teilnehmenden an der Schule eine Einführung in die SDGs und einen ersten Bezug zum Alltag. Anschließend führte der Weg zum Rathaus. Dort stand das Thema Mobilität im Mittelpunkt. Gemeinsam wurde diskutiert, dass der Zugang zu Verkehrsmitteln keineswegs für alle Menschen selbstverständlich ist. Außerdem verglichen die Teilnehmenden die Emissionen verschiedener Verkehrsmittel und stellten fest, dass auch öffentliche Verkehrsmittel wie ein Bus nur dann ihr volles Potenzial für den Klimaschutz entfalten, wenn sie ausreichend genutzt werden.

Die nächste Station führte zu H&M. Anhand der Geschichte eines T-Shirts wurde nachvollzogen, welche Wege Kleidung zurücklegt und unter welchen Bedingungen sie produziert wird. Die Schülerinnen setzten sich mit den Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie auseinander und erfuhren, dass die Näherinnen nur einen sehr kleinen Anteil des Verkaufspreises erhalten. Dabei wurde auch die Frage gestellt: Wer zahlt eigentlich den Preis dafür, dass Kleidung so günstig angeboten werden kann?

Danach ging es zu Fresh Lollipop mit der Frage, ob dies eine Alternative im Bereich Kleidung sein kann. Dort diskutierte die Gruppe, ob nachhaltiger Konsum allein durch bewusste Kaufentscheidungen erreicht werden kann. Anhand von drei unterschiedlichen Siegeln, die im Geschäft vertreten sind, wurden Chancen und Grenzen von Zertifizierungen untersucht und kritisch hinterfragt.

Zum Abschluss führte eine kleine „Detektivarbeit“ durch Schmackes. Hier nahmen die Teilnehmenden das Konzept des Ladens genauer unter die Lupe. Dabei wurde deutlich, dass Nachhaltigkeit auf unterschiedliche Weise umgesetzt werden kann: durch die Bevorzugung regionaler Produkte, die Berücksichtigung von Produktionsbedingungen und durch ein Mitgliedermodell, das solidarische Strukturen stärkt und gemeinschaftliches Wirtschaften ermöglicht.

Der Stadtrundgang machte deutlich, dass die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen uns im Alltag ständig begegnen. Die Schülerinnen schärften ihren Blick für die Verbindungen zwischen lokalen Entscheidungen und globalen Herausforderungen. Nachhaltigkeit wurde so nicht als abstraktes Konzept, sondern als konkreter Teil des Lebens in Kassel erfahrbar.

BOD

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