Die erste Etappe Florenz
Die diesjährige Studienfahrt führte den gesamten Abschlussjahrgang vom 02.10. bis zum 11.10.2024 nach Italien. Wir besuchten in den ersten Tagen die Stadt Florenz und verbrachten die zweite Hälfte der Fahrt in Rom.
Nach einer fünfzehnstündigen Busfahrt über die Nacht war am Morgen Florenz erreicht. Da das Wetter mit heftigem Regen nicht auf unserer Seite war und der Check-in im Hostel erst am Nachmittag durchgeführt werden konnte, besuchte der gesamte Jahrgang als erstes Highlight der Fahrt den „Mercato Centrale“. Dies ist die Florentiner Markthalle, die nicht nur durch ihr vielfältiges kulinarisches Angebot, sondern auch durch ihre von Stahl und Glas geprägte Architektur beeindruckend war. Am ersten Abend konnten wir während eines Stadtspaziergangs viele bekannte Sehenswürdigkeiten, wie die Basilica di San Lorenzo, ein erstes Mal sehen.
Am Freitag stand ein Besuch in den Uffizien an. Diese wurden zur Zeit der Medici als eine Art Verwaltungsräume genutzt und beherbergen heute meisterhaft gestaltete Kunstwerke aus der Zeit der Renaissance und des frühen Barocks, u.a. „Die Geburt der Venus“ von Sandro Botticelli. Während mehrerer Rundgänge durch die Stadt erhielten wir von Mitschülern in Kurzreferaten vielfältige Informationen zu Sehenswürdigkeiten und berühmten Persönlichkeiten der Stadt und ihrer langen Geschichte. Dazu zählte die ehemals für die Stadt Florenz und ganz Italien prägende Familie der Medici, die Geschichte des bekannten florentinischen Modeunternehmens „Gucci“, das Universalgenie Leonardo da Vinci und zahlreiche Gebäude, wie die Kirche Santa Croce und die Ponte Vecchio. Letzteres ist eine legendäre, durch eine Vielzahl kleinster Häuser bebaute Brücke. Ursprünglich fanden sich auf der Ponte Vecchio Metzgereien, denen aber unter den Medici die Arbeit untersagt wurde, da sie ihre Abfälle in den darunter fließenden Arno entsorgten. Bis heute sind deshalb ausschließlich Schmuckläden auf der Brücke zu finden. Ein weiteres Wahrzeichen, das wir täglich sehen konnten, war der Dom Santa Maria dei Fiori. Leider konnten ihn nicht alle von innen besichtigen, aber das dreiteilige, mit grünem, weißem und rotem Marmor und etlichen Verzierungen gestaltete Gebäude ist auch von außen sehr eindrucksvoll.
Am letzten Tag in Florenz stand ein Besuch in der Galleria dell´Academia an. Diese beherbergt neben beeindruckenden Gemälden auch viele Statuen und ein Museum mit Musikinstrumenten. Dort lassen sich auch der bekannte David von Michelangelo und viele Gipsskulpturen von Lorenzo Bartolini finden. Danach besuchten wir noch die Gartenanlage Giardino Bardini. Obwohl mittlerweile schon Herbst war, konnte man noch viel sehen und die Schönheit des Gartens im Sommer erahnen. Die gesamte Anlage ist am Hang gelegen, wodurch wir einen einzigartigen Ausblick auf Florenz erhalten haben. In dieser verwunschenen Ruhe konnten wir den letzten Tag entspannt ausklingen lassen, bevor es am Sonntag weiter nach Rom ging.
Annika Sippel und Carina Marthaller
La Dolce Vita in Rom
Nachdem die Zeit in Florenz wie im Flug verging, stand nun das nächste Ziel auf dem Programm: die ewige Stadt Rom. Die Busfahrt von Florenz nach Rom verlief nicht so wie geplant, denn unterwegs ereignete sich ein Unfall, der glücklicherweise ohne weitere Schäden ausging und ohne Verletzte blieb. Dennoch wird auch dieses Erlebnis allen sicher in Erinnerung bleiben.
In Rom angekommen, fand ein Abendspaziergang im Rahmen aller Tutorien statt. Hier wurden zahlreiche Fotos aufgenommen und Videos gedreht, um die beeindruckende Atmosphäre vor dem erleuchteten Vatikan im Dunkeln einzufangen.
Am nächsten Tag ging es gruppenweise in die Vatikanischen Museen und daran anknüpfend in die Sixtinische Kapelle, wo uns gewaltige Menschenmassen umgaben. Raffaels „Schule von Athen“ und Michelangelos „Erschaffung Adams“ in der Sixtinischen Kapelle wurden besonders von uns Schülern bewundert. Einige Schülerinnen und Schüler hielten auch hier erneut Kurzvorträge und gaben uns einen vertiefenden Einblick in die Kunst und Geschichte der Werke – ein gelungener Beitrag, um dem Anspruch einer Studienfahrt gerecht zu werden. Weiter ging es in den Petersdom, wo uns die Größe des Bauwerks mit seiner majestätischen Kuppel beeindruckte.
Am folgenden Tag hatten wir ein volles Programm, das uns viele der Sehenswürdigkeiten von Rom näherbrachte, darunter auch die Engelsburg und das Pantheon, welches durch die große Kuppel zu den Meisterleistungen der Baukunst zählt, und den Trevi-Brunnen. Einige gingen der Tradition nach und warfen eine Münze über die Schulter ins Wasser, in der Hoffnung, eines Tages zurückzukehren.
Der dritte Tag war ganz der Antike gewidmet: Unser erster Stopp war das majestätische Colosseum, dessen gewaltige Ruinen beeindruckend waren. Danach ging es vorbei am prächtigen Titusbogen direkt auf das Forum Romanum. Es war ein besonderer Moment, auf dem Platz zu stehen, den wir aus so vielen Lateintexten kannten. Nach mehr als sieben Jahren Lateinunterricht nun wirklich hier zu sein, machte die Reise für uns alle zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Natürlich durfte auch die italienische Küche nicht fehlen! Um gestärkt zu sein, haben wir all das gegessen, was man in Italien auf jeden Fall probiert haben muss: Von Pizza über frische Pasta bis hin zu leckerem Eis. Für viele von uns bot die Studienfahrt die Möglichkeit, Italien zum ersten Mal zu erleben und die Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Ob wir alles in Rom gesehen haben? Wahrscheinlich nicht. Doch unsere Reise hat uns gezeigt, dass jeder wieder hinfahren würde. Semplicemente fantastico!
Tag 4 war der Abreisetag und somit auch das Ende der lang ersehnten Studienfahrt. Nach einer zwanzigstündigen Busfahrt kamen wir trotz einiger Erkältungen glücklich in Kassel an. Wir wünschen allen kommenden Abiturjahrgängen eine ebenso unvergessliche und wunderschöne Zeit in Italien und möchten uns noch einmal herzlich bei den Lehrern bedanken, die uns auf dieser Reise begleitet und unterstützt haben.
Emilia Fasig und Lale Özen





